Archiv für August 2011

Mit vier Pferdestärken rund um die Daimlerstadt Schorndorf

PostkutscheVergnüglich zeit-reisen mit der Postkutsche am 9. September und 2. Oktober

SCHORNDORF. Reisen mit der Postkutsche – früher war das sicher kein Vergnügen. Heute schon. Bei der dreistündigen Postkutschenfahrt rund um den Schorndorfer Grafenberg genießen die Passagiere nicht nur das Flair der Geschichte, sondern auch heutigen Komfort. Sie begegnen der Gattin des großen Sohnes dieser Stadt – Gottlieb Daimler – schlagen listige Räuber in die Flucht, lernen Land und Leute kennen. Am 11. September und 2. Oktober macht die Postkutsche wieder Halt in Schorndorf.

Entlang der Schorndorfer Innenstadt führt Kutscher Otto das mächtige Vierergespann nebst Kutsche und Gästen gen Grafenberg hinaus. Hoch droben, über der letzten großen Weinlage im oberen Remstal, schweift der Blick über lauschige Rebhänge mit schmucken Weinberghäuschen. Nach dem steilen und anstrengenden Anstieg lockt nicht nur die atemberaubende Aussicht, sondern auch ein zünftiges Vesper aus der Küche von Emma Pauline Daimler. Die Gattin des genialen Erfinders erzählt davon, welchen besonderen Stellenwert die Postkutsche in ihrem Leben eingenommen hat – einem kleinen Zwischenfall verdankte sie nämlich die Begegnung mit ihrem späteren Ehemann.
Inmitten der buntgefärbten Reben darf eine kleine Verkostung von Weinen des renommierten Weingutes Jürgen Ellwanger aus Winterbach natürlich nicht fehlen. Aber Vorsicht: Reisen mit der Kutsche war einstmals nicht nur unbequem, sondern auch gefährlich. Wegelagerer lauerten an allen Ecken und Enden. Wie gut, dass der Kutscher nicht nur Pferde, sondern auch wilde Gesellen gut im Griff hat.
Im gemächlichen Tempo geht es mit vier Pferdestärken zurück zu den Anfängen der individuellen Mobilität nach Schorndorf, der Daimlerstadt. Dort lohnt sich nicht nur ein Besuch im Stammhaus der Familie Daimler.

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Kinder erleben lebendige Geschichte - Premiere geglückt

Kinderführung in SchorndorfJetzt neu: StadtVerführungen für Kinder in Schorndorf

„Bitte noch eine Geschichte“: Die kleine Luisa kann gar nicht genug kriegen. Bei der Premiere der Kinderführungen von Kultissima in Schorndorf hat sie von Heike Marx viel über den genialen Erfinder Gottlieb Daimler und seine Heimatstadt Schorndorf erfahren. Zwischendurch hat sie sogar mit dessen Mama Frederika Daimler und dem jüngsten Bruder Christian geplaudert. Und auch am Ende dieses Rundgangs ist sie noch immer gefangen im Zauber der erlebten Geschichte. Kinderführungen dieser Art gibt es künftig regelmäßig, die nächste findet am 8. September statt.

„Was hat Dir denn am besten gefallen?“ Diese Frage stellt die Redakteurin der regionalen Tageszeitung Luisa am Ende der Kinderführung zum Thema „Gottlieb Daimler – der Bäckerjunge von Welt“. „Die da“, sagt die Sechsjährige und zupft am Ärmel des altertümlichen Gewands von Frederika Daimler. Gerade hat diese am Gottlieb-Daimler Gedenkstein am Schorndorfer Rathaus frischen Hefezopf angeschnitten und zum Abschluss an die Teilnehmer der etwas anderen Stadtführung verteilt.
Wer war Gottlieb Daimler? Was hat der erfunden? Warum war seine Mama so traurig, dass er nicht in die Fußstapfen seines Vaters, eines Bäckermeisters, hat treten wollen? Warum hat der kleine Christian seinen großen Bruder so schmerzlich vermisst und war doch gleichzeitig auch so stolz auf ihn? Alle diese Fragen können die jungen Teilnehmer in Schorndorf bei der neu im Programm angebotenen Kinderführungen von Kultissima beantworten. Kultissima-Gründerin Heike Marx erläutert als Stadtführerin kindgerecht alle Fakten und Geschichten rund um Gottlieb Daimler und seine Geburtsstadt. Für Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren werden diese Erzählungen besonders begreifbar durch die persönlichen Begegnungen mit Mutter Frederika und Bruder Christian Daimler.
Bei der ersten Station am Daimler-Geburtshaus weiß Heike Marx ganz genau, warum die Höllgasse ganz sicher keine „Höllengasse“ ist. Und Frederika erzählt, warum die Familie sich von Däumler in Daimler hat umbenennen lassen. In der Mosergasse, wo einst Handwerker auf der Straße gearbeitet haben, steht die Bäckerei der Daimlers im Vordergrund. Frederika biegt abermals um die Ecke und bedauert, dass ihr Gottlieb beileibe kein Brot formen, keine guten schwäbischen Brezeln schlingen und keinen Hefezopf flechten konnte. Über das Burgschloss mit dem ehemals wassergefüllten Burggraben führt der Weg zum Brünnele. Dort, an der Stadtmauer, wartet schon der kleine Christian. Er bewundert das Gesellenstück seines großen Bruders und ärgert sich, dass der gelernte Büchsenmacher Gottlieb Daimler mit dieser doppelläufigen Taschen-Pistole gar nicht schießen wollte. Gemeinsam mit seiner Mama denkt er an den tränenreichen Abschied von Gottlieb. Mit gerade mal 19 Jahren machte der sich auf den Weg in die große, weite Welt, um seinen großen Traum zu verwirklichen – die Mobilität zu Lande, zu Wasser und in der Luft.
Die Freude am Lernen, an Weiterbildung und Erfahrung und der unbedingte Wille, den eigenen Weg zu gehen – das waren beherrschende Themen für Gottlieb Daimler. Bei der letzten Station vor der ehemaligen Lateinschule und dem heutigen Stadtmuseum greifen Heike Marx und Frederika diesen roten Faden auf und resümieren, wie der Bäckerjunge diese Herausforderungen in seiner Zeit bewältigt hat. Bildlich dargestellt werden seine Erfindungen auf dem Gedenkstein am Schorndorfer Rathaus oder im Museum des Geburtshauses, wo die Führung nach rund anderthalb Stunden endet. Und zum Abschluss tauchen Frederika und Christian Daimler nochmal auf und verteilen frischen Hefezopf an die kleinen und großen Teilnehmer. Kommt der wirklich aus Daimlers Backstube? Sind die beiden echt? Die kleine Luisa ist sich nicht sicher. Schließlich redet und benimmt sich Frederika so anders, sie ist schwarz gekleidet im Stil vergangener Zeiten, Christian trägt derbe Schnürstiefel, ein altmodisches Jäckchen und eine verwegene Kappe. Luisa zupft zur Sicherheit noch einmal an Frederikas Ärmel und hat schon wieder eine Bitte auf den Lippen: „Noch mal eine Geschichte …!

Die nächste Kinderführung mit freien Plätzen findet statt am Donnerstag, 8. September um 14.30 Uhr. Startpunkt ist der Eingang vom Rathaus, Marktplatz 1. Der Preis für Erwachsene beträgt 14,50 Euro, ermäßigt 8,50 Euro für Kinder bis 12 Jahre. Teilnahme nur mit Voranmeldung und Kinder in Begleitung eines Erwachsenen.

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