Wirtschaftsforum hatte seine Mitglieder mit Familienangehörigen zur Bahnfahrt und Kerner-Führung eingeladen
Rudersberg/Welzheim. Das Wirtschaftsforum Welzheimer Wald/Wieslauftal hatte seine Mitglieder mit ihren Familien zu einer Fahrt mit der Schwäbischen Waldbahn, zu einer Stadtverführung mit „Justinus Kerner“ und zur Einkehr im Biergarten im Stadtpark eingeladen.
Die Mitglieder des Wirtschaftsforums kamen mit Kind und Kegel, mit Oma und Opa und Hund Wuschel, einem Westhighland- Terrier, der für sich auf der Bahnfahrt einen Fensterplatz auf dem Schoß seines Herrchens sicherte. 50 Teilnehmer bewunderten die Ein- und Ausblicke, die eine Fahrt mit der historischen Bahn mit Dampflok 64419, liebevoll „Bubikopf“ tituliert, auf der Bergstrecke von Welzheim nach Schorndorf und zurück präsentierte – das liebliche Wieslauftal mit ganz anderen Ansichten als die, die sich von der Straße erschließen. Man sieht in die Gärten, in die Hinterhöfe, und überall stehen Menschen mit Kameras und Fotoapparaten, um ein Stück Nostalgie, vor allem die Dampflok, auf Celluloid zu bannen.
Die Bergstrecke mit den Viadukten ist das ganz besondere Erlebnis für Jung und Alt. Die Fenster sind für alle Fenstergucker viel zu klein. Gibt es vielleicht einen historischen Panoramawagen?
Bergauf sind die Bäume zum Greifen nah, schnell musste der Sohn von Alfdorfs Bürgermeister Segan seinen Kopf einziehen, und schon hatte er ein Kohlekörnchen im Auge. Auch das wie damals. Bei manch älterem Teilnehmer erweckte die Fahrt Erinnerungen an frühere Bahnfahrten, z. B. zur Berufsschule, an die Schufterei des Heizers und an einige Streiche, denen der arme Schaffner ausgesetzt war.
Auch Wuschel, „der Begleithund des Wirtschaftsforums“, sorgte für Erinnerungen an einen Hund mit Namen Moritz und einen Jungen mit Namen Max. Dieser Max, ein überzeugter Tierfreund, gab einst seinem Hund Moritz das Gebiss seiner Oma zum Spielen. Irgendwo musste der Hund das Gebiss vergraben haben. Trotz intensiver Suche der ganzen Familie, selbst unter Einsatz des Suchhundes Moritz, blieb das Gebiss für alle Zeiten verschollen. Richtig entspannt war die Atmosphäre im Zug, ähnlich wie in einer Besenwirtschaft: Jeder spricht mit jedem, neudeutsch: sehr kommunikativ.
Im Bahnhof Welzheim angekommen, wurde die Gruppe von „Justinus Kerner“, dem Arzt und Dichter, erwartet, der von 1812 bis 1815 in Welzheim mit seiner Familie gewohnt hatte.
Kerner: Ein guter Dichter oder ein guter Arzt? Oder beides?
Er erzählte, dass andere Ärzte ihn einen guten Dichter genannt hätten, andere Dichter hielten ihn für einen guten Arzt. Wichtig für den Dichter und Arzt in ihm sind vor allem die Natur, der Wald, die Luft im Welzheimer Wald, der er das Prädikat „Champagnerluft“ verliehen hat. Kerner führte zum Feuersee, zur Kirche, zum Heimatmuseum mit altem Schulhaus und durch die ganze Innenstadt und hatte einige Geschichten und Geschichte aus der Welzheimer Vergangenheit auf Lager, bei der er sich nicht nur auf seine „Welzheimer Zeit“ beschränkte.
Die Muse kam auch nicht zu kurz. Natürlich durfte sein Gedicht „Da unten in der Mühle“, mit dem Kerner die Laufenmühle besungen hatte, nicht fehlen. Als er zum Abschluss sein Württemberger Lied vortrug (im Kasten der Schluss), machte ihm zumindest stimmlich der Vorsitzende des Wirtschaftsforums und langjährige Vorsitzende des Liederkranzes Welzheim, Werner Buhl, erfolgreich Konkurrenz.
Im Biergarten wurde nach nostalgischer Zugfahrt, der längeren Stadtführung und bei der Darbietung von viel trockener, wenn auch witzig präsentierter und interessanter Materie, erfolgreich Hunger und Durst gestillt.
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