Archiv für April 2009

Emma Pauline Daimlers Kochrezept

Eingelegtes Kalbfleisch

8oo g Kalbsbrust oder Schäufele
2 Zwiebeln (in feinen Würfeln)
3 Lorbeerblätter
Saft einer halben Zitrone
4 Gewürznelken
50g Mehl
30g Butter
Bund Suppengrün
1 1/4 l Rindsbrühe
1/4 l Weißwein
1/8 l Sahne
2 Eigelb
Salz, Pfeffer, Muskat

Das Kalbfleisch wird in ca. drei Zentimeter große Würfel geschnitten und kurz gewässert.
Dann wird es in der Brühe zusammen mit Lorbeerblättern, Nelken und dem Bund Suppengrün auf milder Hitze gegart.
Für die weiße Soße die Butter in einen Topf geben, die Zwiebeln darin glasig andünsten, das Mehl im Sturz dazu und ohne Farbe angehen lassen, mit Weißwein ablöschen.
Die Brühe mit dem Fleisch - aber ohne Gewürze - dazugeben und glatt rühren.
Die Sahne mit dem Eigelb verrühren und in die Soße geben; unter ständigem Rühren leicht andicken lassen, nicht mehr kochen.
Mit Salz, Pfeffer, Muskat und dem Zitronensaft würzen.

Beilage: Breite Nudeln

Der Mythos der Walpurgisnacht

Bald ist es wieder soweit. Traditionell gilt die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai als die Nacht, in der angeblich die Hexen auf dem Blocksberg und anderen erhöhten Orten ein großes Fest abhalten. Spätestens ab den Hexenprozessen des 16. und 17. Jahrhunderts treffen sich Hexen und Zauberer, um dem Teufel zu ehren. Der Legende nach machen sie ein Feuer und feiern mit dem Dämon ein Fest.

Die Walpurgisnacht geht auf einen alten Volksglauben zurück. Der Spuk soll jedoch um Mitternacht vorbei sein. Dann suchen Hexen und Teufel heulend das Weite. Sie überlassen der Göttin des Sommers, der Maienkönigin, das Feld. Der Name Walpurgisnacht leitet sich von Walburga (auch Walpurga oder Walpurgis) ab, einer Äbtissin aus England (710-779). Der Gedenktag dieser Heiligen wurde im Mittelalter am 1. Mai gefeiert.

Mythologisch findet die Walpurgisnacht als Mondfest in der Nacht des ersten Vollmondes zwischen der Frühjahrstagundnachtgleiche und der Sommersonnenwende statt. Im Remstal werden in der Zeit um den 1. Mai zahlreiche Blüten- und Maifeste abgehalten. Wer sein Tanzbein schwingen mag, für den darf der traditionelle Tanz in den Mai natürlich auch nicht fehlen.

Die Endersbacher - “Erbsaglemmer” mit List und Tücke

“Erbsaglemmer”, zu hochdeutsch: Erbsenklemmer, werden die eingeborenen Bürger von Endersbach (schwäbisch: Endersbächer) im überlieferten Volksmund genannt. Die Geschichte, wie es zu dem Necknamen gekommen ist, erzählt jeder ein bisschen anders. Doch im wesentlichen hat es sich wohl so zugetragen: Endersbächer und die benachbarten Strümpfelbächer (beides übrigens heute Stadtteile von Weinstadt) waren sich nie besonders grün. Es gab den Waldstreit, den der württembergische Herzog Carl Eugen im Jahr 1793 beendete, und es gab auch dreiste Strümpfelbacher Wengerter (hochdeutsch: Winzer), die ihren Endersbacher Kollegen bisweilen die Weinbergpfähle (schwäbisch: Wengertpfosten) entwendet haben. Doch nicht so mit den Endersbächer Wengertern. Diese klemmten in die Spitze der Pfähle Erbsen ein. Im Frühling dann, wenn die Erbsen im ansonsten noch laublosen Weinberg zu sprießen begannen, wurde schnell offenbar, welcher vermeintlich Strümpfelbacher Weinbergpfahl im Laufe des Winters aus Endersbacher Weinbergen gemopst worden waren.

Herzlich Willkommen!

Das Remstal liegt uns am Herzen, mit ihm seine Menschen und die schwäbische Lebensart. Remstäler und Reing´schmeckte haben viel zu erzählen über „ihr“ Remstal. Und damit sind Sie bei uns richtig – hier im Blog, dem Internettagebuch von Kultissima. Wir wollen Ihnen das Remstal von einer neuen Seite zeigen – Geschichte und Geschichten.

Lernen Sie die malerischen Weindörfer und prächtigen Residenzstädte, ihre verborgenen Gassen und Winkel kennen – wir wollen Ihnen dabei mit vielen Tipps, Anekdoten und Wissenswertem zur Seite stehen. Erfahren Sie von den Schicksalen der vielen in der ganzen Welt verstreuten Auswanderer aus dem Remstal, die aus Not ihre Heimat verließen. Und warum man vom Remstal trotz alledem vom „Garten Gottes“ spricht.

Wir werden Ihnen hier künftig Bekanntes und noch weniger Bekanntes vorstellen und sind schon gespannt auf Ihre Kommentare und Geschichten.

Ihre

Heike Marx